Update: 21. Juli 2020

Die Photo-, Licht-, oder UV Therapie ist die Behandlung der Haut mit ultravioletten (UV) Lichtstrahlen (elektromagnetischen Strahlen) im ultravioletten Bereich.

Bereits die Ägypter des Altertums hatten die heilende Wirkung von natürlichen Sonnenstrahlen, damit ultraviolette Strahlen bei bestimmten Erkrankungen wie bei Schuppenflechte (in Kombination mit psoralenhaltigen, lichtsensibilisierenden Pflanzenextrakten) und bei Weißfleckenkrankheit erkannt. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Besonnungsanlagen mit Ultraviolettem Licht gebaut und eingesetzt.

Heute verwendet man einzelne bestimmte Wellenlängenanteile der natürlichen UV-Strahlung (311 nm Schmalband UVB oder UVA-1) auch in Kombination mit synthetisch hergestellten Psoralene mit UVA-Strahlung (PUVA) zur erfolgreichen Behandlung unterschiedlicher Hautkrankheiten. Aber auch die Vitamin D Synthese wird durch UV Bestrahlung gefördert.
Die Phototherapie ist bei vielen Hautkrankheiten wie z.B.Schuppenflechte (Psoriasis), Weissfleckenkrankheit(Vitiligo), atopischer Dermatitsi (Neurodermitis) und anderen Ekzemen, aber auch bei selteneren Erkrankungen wie der Mycosis fungoides (T-Zell-Lymphom der Haut), therapeutisch wirksam und die Anwendung von weiteren Medikamenten wie z.B. Kortison kann reduziert werden. Sehr wirksam ist die UV Therapie auch zur Vorbeugung von bestimmten Sonnenallergien (Mallorca Akne, Polymorphe Lichtdermatose).

Die Phototherapie wirkt durch ihre immunmodulierenden (entzündungshemmende) Eigenschaften. Dadurch werden Entzündungen (Wirkung gegen Ekzeme und Rötungen) reduziert, die Zellteilung gehemmt (Wirkung gegen Schuppung) und die Melanozyten, die Pigment bildenden Zellen der Haut, angeregt (Bräunung, besonders bei Weissfleckenkrankheit).

Die Therapie beim Hautarzt erfolgt mit elektronisch gesteuerten Bestrahlungssystemen, die mit speziellen medizinischen Leuchtstoffröhren ausgestattet sind. Schmalspektrum-Strahler mit 311 nm Wellenlänge werden bei der Schuppenflechte aber auch bei Ekzemen als besonders wirksam bewertet.

Für die erste Behandlung wählt der Arzt eine sichere Bestrahlungsdosis. Der Patient erhält dann zwei bis drei Bestrahlungen pro Woche und die Dosis wird vorsichtig schrittweise gesteigert. Die Lichtdosis sollte von einem erfahrenen Arzt laufend an die Lichtempfindlichkeit der Haut angepasst werden. Eine Phototherapie dauert durchschnittlich fünf bis zwölf Wochen, wobei in der Regel 15 bis 24 Behandlungen bis zur vollständigen Rückbildung der Hautveränderungen bei einem Patienten notwendig sind. Die Phototherapie ist auf ambulanter Basis möglich und kann mit anderen Therapien kombiniert werden. Die UV- Therapie weist im Vergleich zu anderen systemischen Standardbehandlungen ein sehr günstiges Sicherheitsprofil auf. Durch die korrekte Therapie und Therapiekontrollen werden Hautschäden verhindert. Die Behandlung führt zu einer Bräunung der Haut, deswegen sind die kosmetischen Ergebnisse nach einer Phototherapie oft besser als bei anderen Behandlungsmethoden.